Online Shopping – Die Trends 2013

Online Shopping, zunächst von vielen konventionellen Einzelhändlern nicht wahr- oder zumindest nicht ernst genommen, hat sich zu einem wichtigen Vertriebskanal entwickelt. Es sind nicht nur jede Menge Unternehmen entstanden, die nur online verkaufen, sondern es nutzen auch viele konventionelle Handelsunternehmen heute das Online-Shopping als zusätzlichen Vertriebskanal. Welche Bedeutung dem E-Commerce zugemessen wird, zeigt nicht zuletzt auch die Anzahl der Studien, welche die Gegebenheiten dieses neuen Marktplatzes untersuchen.

Breites Interesse

In einer Studie hat auch der BITKOM, der Branchenverband der deutschen IT-Wirtschaft versucht, das unbekannte Wesen des Online-Kunden ein wenig besser kennenzulernen und die derzeitigen Trends in der Branche auszuloten. Die hohe Bedeutung des Online-Einzelhandels erkennt der Verband daran, dass nach seinen Angaben neun von zehn Kunden auch online einkaufen und vier dies sogar regelmäßig tun.
Am meisten kaufen deutsche Verbraucher Bücher und EBooks über das Netz, auf Platz zwei finden sich Kleidung und Schuhe. Eintrittskarten für Theater und Konzerte sowie Musik – einschließlich Downloads – finden sich ebenfalls unter den typischen online gekauften Artikeln. Aber auch mehr oder weniger alle anderen Arten von Waren werden über das Netz geordert; man kann offenbar sagen, dass der Verbraucher den neuen Vertriebskanal tatsächlich angenommen hat. Was noch in einem etwas geringeren Maße genutzt wird, sind Rabattaktionen. Hier liegen eventuell noch Chancen für Online-Marketers mit guten Ideen.
Ebenfalls beleuchtet wurde in der BITCOM-Studie die Zufriedenheit beim Online-Kauf. Hier wurden speziell auch die Aspekte untersucht, welche von Online-Zauderern befürchtet werden wenn man bestellt, anstatt im Laden zu kaufen: Umständliche Mängelrügen etwa, weil man bestellte Ware nicht einfach in den Laden zurück tragen kann oder auch verspätete Lieferungen. Tatsächlich gab es hier ein breites Spektrum an unangenehmen Erfahrungen, nur ein gutes Drittel der Befragten ist offenbar immer zufrieden gewesen.
Es fällt außerdem auf, dass heute durchaus auch ältere Menschen online shoppen. An sich kommt diese Art des Einkaufs – lässt man die bei älteren Leuten noch verbreitete Scheu vor Computern und Netzen einmal außer Acht – ja gerade auch Senioren entgegen, die oft nicht mehr so mobil sind.
Ebenfalls nicht positiv ist der Umstand, dass immerhin 1% der Befragten angab, dass ihre Bezahldaten missbraucht worden seien.

Verbleibende Aufgaben

Insgesamt zeigt sich, dass bei aller Akzeptanz des Online-Handels beim Verbraucher durchaus noch Hausaufgaben zu machen sind, ganz abgesehen davon, dass sicher auch noch Möglichkeiten zur technischen und organisatorischen Weiterentwicklung der Angebote und Services bestehen.
Aufgaben für die Zukunft dürften unter anderem die folgenden sein:

  • Berücksichtigung von mobilen Datenendgeräten, um das mobile Online-Shopping zu erleichtern: Hier ist offenbar ein erhebliches, kaum genutztes Potenzial vorhanden.
  • Sicherstellen des Kundendienstes: Es ist leicht, per Netz in eine entfernte Stadt zu verkaufen, doch wie stellt man entfernte Kunden bei Reklamationen, Garantiefällen, Reparaturen etc. zufrieden?
  • Kundenzentriertes Design der Plattformen: Eine alte Verkäuferregel besagt, dass man es dem Kunden so leicht wie möglich machen muss, zu kaufen. Hierzu können leicht bedienbare Shops eine entscheidende Rolle spielen.

Insgesamt lässt sich sagen, dass E-Commerce beiden Seiten Vorteile bringt: Der Kunde shoppt bequem von zuhause aus, der Verkäufer spart Lager und Verkaufsflächen ein.

Was sich nicht etablieren konnte waren dreidimensionale virtuelle Läden für reale Güter wie etwa in Second Life erprobt. Dies war jedoch vorauszusehen: Wie bereits gesagt, muss man es dem Kunden so leicht wie möglich machen. Und hier ist der WebShop dem 3D-Laden weit überlegen, für den sich der Kunde erst einmal einen Avatar basteln und diesen zu bewegen lernen muss, damit er überhaupt einkaufen kann, anstatt einfach Shopseiten durchzublättern, Artikel auszusuchen und den Knopf „In den Warenkorb“ zu drücken. Die Aufgabe von Multimedia und 3D-Technik wird im ECommerce allenfalls die Präsentation der Waren auf den Shopseiten sein. Ansonsten scheint man mit den herkömmlichen Online-Shops au HTML-Seiten vorerst auf einem guten Weg zu sein.

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